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Umweltminister Wilhelm Dietzel: Erste Plätze im Landeswettbewerb „Unser Dorf“ gehen an Frankenau-Altenlotheim und Alsfeld-Altenburg
13.07.2006 - Pressemitteilung „Auseinandersetzung mit der Zukunftsperspektive motiviert die Bürger“
„Die Sieger des hessischen Landeswettbewerbes „Unser Dorf“ stehen fest. Die beiden ersten Plätze gehen an Frankenau-Altenlotheim und Alsfeld-Altenburg. Der Erfolg der an dem Wettbewerb
teilnehmenden Dörfer ist Ausdruck eines großen und überdurchschnittlichen Engagements der Bürger. Der ganzheitliche Ansatz des Wettbewerbes fördert auch die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des
demografischen Wandels, denn die Dörfer müssen in Zukunft mit einem verstärkten Wettbewerb um ihre Einwohner rechnen“, sagte Umweltminister Wilhelm Dietzel heute in Wiesbaden.
„Wir sind das Nationalparkdorf!“ Unter diesem Motto präsentierte sich Frankenau-Altenlotheim selbstbewusst gegenüber der Kommission. Mit Blick in die Zukunft baut Altenlotheim seine Position
als Dorf der regenerativen Energien und Fremdenverkehrsort konsequent aus. Der starke Gestaltungswille, der sich in vielen Beispielen niederschlägt und der Bewusstseinswandel führten zu der
abschließenden Bewertung als Sieger, heißt es in der Jurybewertung.
Alsfeld-Altenburg trat unter der Überschrift an: „Wie nehmen die Dinge selbst in die Hand“. Eine aktive Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des demografischen Wandels und die daraus
gezogenen Folgerungen für den Ort, etwa auf die Siedlungsentwicklung führten zu der guten Bewertung. Aber auch das hohe soziale, kulturelle und gleichzeitig generationsübergreifende Engagement der
Bewohner überzeugte die Kommission. Beide Orte verbindet eine überdurchschnittliche Unterstützung durch die Gemeinde oder die Stadt.
Der Landeswettbewerb wurde in zwei Stufen innerhalb von drei Jahren durchgeführt. Die 14 Sieger aus den Regionalentscheiden nahmen in diesem Jahr am Landesentscheid teil. Mit landesweit
insgesamt 173 Teilnehmerdörfern an den Regionalentscheiden, die im Jahre 2005 in sieben Regionen durchgeführt wurden, kann Hessen für den 22. Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf
hat Zukunft“ im Jahre 2007 zwei Landessieger anmelden, so der Minister.
Sowohl in den Regionalentscheiden als auch im Landesentscheid wurde nach zwei Gruppen differenziert. Dabei sollte den unterschiedlichen Ausgangsbedingungen Rechnung getragen werden. In Gruppe A
sind die Orte vertreten, die bereits öffentliche Unterstützung durch das Dorferneuerungsprogramm erhalten haben bzw. die noch Förderschwerpunkte sind. In Gruppe B sind die Orte, die bislang nicht an dem
Dorferneuerungsprogramm teilnahmen, zusammengefasst.
Im Landesentscheid 2006 der besten Dörfer Hessens wurden folgende Sieger ermittelt:
Gruppe A
1. Altenlotheim, Stadt Frankenau, Landkreis Waldeck-Frankenberg 2. Oberellenbach, Gemeinde Alheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
3. Hergershausen, Stadt Babenhausen, Landkreis Darmstadt-Dieburg
Gruppe B
1. Altenburg, Stadt Alsfeld, Vogelsbergkreis 2. Weipoltshausen, Gemeinde Lohra, Landkreis Marburg-Biedenkopf 3. Orferode, Stadt Bad Sooden-Allendorf, Werra-Meißner-Kreis
Als Siegerprämie erhalten die jeweils erstplatzierten Dörfer 4.000 Euro, die zweitplatzierten Dörfer jeweils 2.000 Euro. Für den 3. Platz werden jeweils 1.000 Euro vergeben.
Die übrigen Teilnehmer: Naumburg-Altenstädt, Wabern-Harle, Wanfried-Heldra und Wehrheim-Pfaffenwiesbach sowie Calden-Ehrsten, Frankenberg-Rengerhausen, Groß-Umstadt-Heubach und
Melsungen-Kirchhof erhalten jeweils eine Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme am hessischen Landesentscheid.
„Die Teilnehmer des Wettbewerbes haben es vor gemacht, wie beispielhafte Leistungen und individuelle Lösungsansätze für die Zukunft aussehen. Ich wünsche mir, dass möglichst viele weitere Orte
zu eigenen Aktivitäten angeregt werden“, so Minister Dietzel abschließend.
Hinweise: Die Preisverleihung durch Minister Wilhelm Dietzel wird im Rahmen des „Tages der Regionen“ am Sonntag den 01. Oktober 2006 im Kurhaus von Bad Wildungen stattfinden.
Auskunft zu den Ergebnissen des Landesentscheides erteilt die Vorsitzende der Landesbewertungskommission, Roswitha Rüschendorf, RP Kassel, Tel.: 0561/106-3125 http://www.rp-kassel.de/static/index1.htm
Hintergrund: „Unser Dorf“ – der Name des Wettbewerbes steht für eine hohe Qualität dörflichen Lebens. Leitgedanke ist, wie sich der Einzelne, die Gemeinschaft, aber auch die Kommune
für das Dorf einsetzen können, um es noch lebenswerter und zukunftsfähiger zu gestalten. Das Spektrum der Möglichkeiten reicht vom Erscheinungsbild der Siedlung über die vielfältigen Formen des
Zusammenlebens bis hin zur Bedeutung des Ortes im regionalen Zusammenhang. Das Lösen von Problemen und das Nutzen von Chancen zur Verbesserung der eigenen Lebensqualität in allen denkbaren Bereichen sind
die eigentlichen Leitideen des Wettbewerbes. Damit geht der hessische Dorfwettbewerb weit über seine frühere Ausrichtung unter dem Titel „Unser Dorf soll schöner werden“ hinaus.
In Zukunft werden die Auswirkungen des demographischen Wandels eine zusätzliche Herausforderung für die Dörfer im ländlichen Raum stellen. Abnehmende Bevölkerungszahlen bei gleichzeitiger
Verringerung des Anteils von jungen Menschen und Vergrößerung des Anteils alter Menschen stellen die Kommunal- und Regionalpolitik vor besondere Aufgaben.
Insgesamt ist mit einem Rückgang der Bevölkerung zu rechnen, der regional jedoch sehr unterschiedlich verlaufen wird. Deshalb müssen die Dörfer in Zukunft mit einem verstärkten Wettbewerb um
ihre Einwohner rechnen. Auch der Dorfwettbewerb soll dazu beitragen diese Probleme des demographischen Wandels unter der Prämisse „Mehr Dorf für weniger Bürger“ zu bewältigen.
Um den vielfältigen Beiträgen Rechnung zu tragen, findet die Bewertung der Wettbewerbsbeiträge anhand einer ganzheitlichen Betrachtung des Ortes statt. Dabei werden die Aspekte Dorf, Landschaft
und Gemeinschaft gewertet und die bürgerschaftlichen Leistungen, die zu struktureller und gestalterischer Veränderung geführt haben, verglichen. Bei der Bewertung wird die allgemeine Ausgangslage des
Dorfes berücksichtigt, die daraus folgende Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie die durch den Wettbewerb angeregten und erbrachten Leistungen des Dorfes und seiner Bewohner.
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