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Geschichte
5. Grenzbegang 
2009
Beschreibung  
Grenzbegang

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Grenzbegang

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Zum 5. Grenzbegang 2009

Altenstädter Grenzbegang am 7. u. 8.9.2002!
Alle 7 Jahre wird der traditionelle Grenzbegang durchgeführt, organisiert vom Ortsbeirat in Zusammenarbeit mit den Vereinen. Der erste Grenzbegang wurde im Rahmen der
1150-Jahrfeier 1981 durchgeführt, somit handelte es sich bei dem im Jahr 2002 um dem 4. Grenzbegang. Start war auf dem Dorfplatz mit anschließender Feier (Sonntag, 8.9.). Bevor es los ging, sollte noch der von Werner Gerhold rekonstruierte Schandpfahl im Dorf eingeweiht werden.  Aufgrund der relative kleinen Altenstädter Gemarkung ist die “Grenze” lediglich
16 Km lang und an einem Tag abzuwandern.
                
F O T O S vom  FEST 2002 und Bericht von 1988 (unten)
Am Samstag Abend wurde in einer kleinen Feierstunde die
Dorferneuerung abgeschlossen - umrahmt von einer kleinen Ausstellung. Als Höhepunkt wurde der 1981 von Werner Gerhold und Karl-Heinz Meile gedrehte Film zur 1150-Jahrfeier gezeigt (Dorfgemeinschaftshaus).
Am Ende hatten sich die Bemühungen der Vereine gelohnt: neben einem schönen Fest mit zwei kurzweiligen Tagen sprang auch noch etwas Geld dabei heraus: fast 2.000 € Überschuss wurde erzielt. Hinzu kam noch eine Spende von Jagdpächter Günter Heimer (350 €, animiert durch den
Jagdgenossen Heinrich Wicke) , der diese Art von Traditionspflege unterstützen wollte.
Das Geld wird für allgemeine Zwecke im Ort verwendet, darüber zu entscheiden haben die Vereine, Kirchen und der Kindergarten.
Bereits beim
Bahnsteigfest wurde in diesem Jahr ein Überschuss erzielt, der aber überwiegend (1.000 €) zu Gunsten der Flutopfer in Ostdeutschland gespendet wurde.

Skizze der Gemarkungsgrenze von Altenstädt siehe unten
sowie unten die Mainzische Grenzbeschreibung von 1649, die Grenzbeschreibng 1981 und die Grenzbeschreibung aus 1807, sowie die Beschreibung Grenzbegang 2009
Siehe auch in Chronik unter Flurnamen!

Mainzische Gremzbeschreibung des Amtes Naumburg aus dem Jahre 1649
- Gemarkung Altenstädt!
”Ihro Churf. Gn. Grentzen der Dorffschaft Altenstädtte: Zum ersten stehett ein Wandtstein zwischen dem Mohnschein undt dem Möllenholze, untten auf der Elbe folgen noch drej Wandtsteine biss auf das Schadelooh an dem Monschein hinauß auff die Unterste Straaße undt gehett von der Unttersten Straaßen untter dem Hoff Schnägelsbach hinaus auff dem Casselischen Pfadt oben auff die Stueben Linde in die Landt Straaße, aus der Landt Straaße den Isther Weg herrunter zwischen Michaell Ernsts und Heinrich Göbelß ländern untten auff die grundt auff Dittmar Schleussers Wießen hinden auff die Ecke, von der Ecke hinauff biß auff das Balhornsche Linde, an dem Balhornschen Linde hinauff biß auff die Landwehr, von der Landwehr hinauff auf den Bodden über Jost Löberß Wießen auff die Hecke, von der Hecken an biß auff den Holzapfelbaum, von dem Holzapfelbaum biß auf den Sändischen Pfadt, der von Altenstätte herkömpt, den Pfadt hinauff biß auff den Naumburger Weg, von dem Naumburger Weg hinauff über den Molckenborn herr von dem Molckenborn biß ahn den Fortt, von untten ahn dem Wolffesholtze, von dem Fortte die lange Wieße hinauff, von der langen  Wießen auff den Elbischen Grabenn bey Michael Ernsts Wießen - undt ißt bey Menschen gedencken keine Grentze gezogen.”
(Aus dem Salbuch des Amtes Naumburg 1654 im Staatsarchiv Marburg)
Quelle: 1150 Jahre Alahstat - Aldenstede - Altenstädt 831-1981 von Georg Feige (1981)
Gremzbeschreibung zum Grenzbegang am 17.6.1981
Die Gemarkungsgrenze von Altenstädt war in ihrem nördlichen Teil in ältester Zeit Außengrenze, „Demarkationslinie“ zwischen sächsischem und hessisch-fränkischem Gebiet. Hier entstand eine Grenzzone mit allerlei Mischungen. Sie ist das natürliche Ergebnis des geschichtlichen Ablaufs in dieser Region. In Bründersen wird mundartlich anders gesprochen als in Altenstädt.
Die Gemarkungsgrenze im Norden ist auch gleichzeitig die Wasserscheide zwischen  Diemel und Eder. Diese wurde aufgrund der besseren Befahr- und Begehbarkeit bei Nässe als bester Verkehrsweg zwischen Kassel und Korbach bevorzugt worden.
Die nördliche Gemarkungsgrenze läuft parallel zur ehemaligen „Corbacher Straße“: Diese kam von Martinhagen über die Wüstung Holzkirchen (am Nordende des Lindchen) und führt auf die Ippinghäuser Straße durch das Mühlenholz. Auf diese „Corbacher Straße“ standen zwei hölzerne Wacht- oder Wartturme. Auf dieser Straße hatte 1545 am Mühlenholz ein Otto Niedt einen Geleitzug überfallen. Er wurde aufgegriffen, nach Kassel gebracht und dort enthauptet. Sein Kopf und der Körper wurden auf ein Rad gelegt und an den Ort gebracht, wo er den Geleitzug überfallen hatte. Hier wurde das Rad auf einen „Wandstein“ (=Grenzstein) gelegt mit den Worten „damit zu bekrefftigen, das ein sollochs die rechte Lanndtstraß sei“ (mit anderen Worten: unrechtes wird nicht geduldet). Dieser Grenzstein heißt sein dem „Otto Niedt Stein“.
“Der Monschein“ hat mit dem Mond nichts zu tun, kommt vielmehr in der „Mainzer Grenze“ seinen Wortursprung.
Das Lindchen, durch das die östliche Gemarkungsgrenze läuft, war höchstwahrscheinlich in vorchristlicher Zeit in die Kult- und Sakralorte Balahorna und Alahstat einbezogen. Hier haben wahrscheinlich die Urhessen ihre Toten begraben, worauf die Urnenfelder östlich des Lindchens hinweisen.
Die Gemarkungsgrenze südlich des Lindchens muss in irgendeiner Zeit zum Nachteil von Altenstädt verändert worden sein. In der Spezialbeschreibung des Dorfes Altenstädt vom Jahre 1807 geben die beteiligten Altenstädter Taxatoren beim Grenzbegang zu Protokoll, dass vor 60 Jahren (also um 1747) ihre Grenze vom Lindchen bei der Landwehr über den Beerstall beim heiligen Stein an das Wolfsholz herab um die Ecke herum geführt habe. Heute wird die Flur Beerstall von der Altenstädter Gemarkungsgrenze nicht mehr berührt.
“Am Sander- und Balhorner Wege“ (Flur 55/56) bzw. „Blätterwiesenweg“ durchfließt die Spöle bis zur Flur 67 „Auf den kleinen Sögen“ die Altenstädter Gemarkung. Die Spöle entspringt nördlich von Balhorn, sie mündet bei der Wüstung Immenhausen in die Elbe.
Südlich der Spöle lag der ehemalige Ort Gershausen (Flur 56-67, im 30jährigen Krieg zerstört), wozu auch der Mittelbusch – früher ein kleiner Wald zwischen dem Wolfsholz und Hattenausen als Waldinsel – gehört.
Die Haltestelle Altenstädt der ehemaligen Kleinbahn Kassel-Naumburg liegt keine 200 m außerhalb der Altenstädter Gemarkung. Mit ihr wird der tiefste Punkte von Altenstädt erreicht: 290,2 m über dem Meeresspiegel.
Es ist stark anzunehmen, dass der mittelalterliche Weg von Altenstädt nach Naumburg hier – an der Spöle entlang – führte. Wie die „Straße“ damals beschaffen war, ergibt sich aus den Akten über die im Jahre 1594 erhobene Türkensteuer. Die Gemeinden Altenstädt und Altendorf wurden zum Amt nach Naumburg bestellt. Die Altenstädter kamen mit stundenlanger Verspätung an: Wegen des schlechten Weges seien sie nicht vorwärts gekommen!
Nordwestlich der Kleinbahn-Haltestelle lag das Dorf Herberge, das auch schon um 1400 unterging und wüst wurde. In seiner Nachbarschaft sind Hügelgräber festgestellt worden, die aber von den Flurbesitzern eingeebnet wurden.
Von Nordwesten kommt ein kleines Wässerchen: der Semmetbach. Er wurde sicherlich mehrfach zu kleinen Teichen gestaut, um in ihnen damals noch stark angebauten Flachs längere Zeit wässern zu können. Darauf weist die Flurbezeichnung „Bleichplatz“ (Nr.78) hin. Ebenso die „Flachsröste und Gänsehute“ (Nr. 81).
Im Semmetfelde (Nr. 79) hat man um 1930 versucht, Trinkwasser für Altenstädt zu erschließen. Der Erfolg stand aber in keinem Verhältnis zu den Kosten.
Der Schafspfad begrenzt die Vieh- und Schafshute (Flur Nr. 86), die – weil das Dorf keine eigene oder zu wenig Weidefläche hatte – durch Tausch einem Waldstück in Hattenhausen, Saustall genannt, gewonnen wurde.
Im Mühlenholz liegt der höchste Punkt der Altenstädter Gemarkung: 363,8 m über dem Meeresspiegel.
Das Mühlenholz (Flur Nr. 91) teilt sich in das Naumburger und das Altenstädter Mühlholz. Die Altenstädter Grenze geht bis zur Mondschein-Mühle, berührt sie aber nicht mehr. Von ihr führt sie zur Ippinghäuser (Korbacher) Straße, geht dann am Wald der Flur „Schnegelsbach“ (Nr. 1) entlang und umgeht den Monschein bis zum trigonometrischen Punkt 304,4. Der Monschein gehört nicht mehr zur Altenstädter Gemarkung.
Der Schnegelsbach bezeichnet das Gelände eines ehemaligen Gutshofes. Dieser bestand schon 1579 nicht mehr. Der Hof, d.h. die Ländereien, waren vom kurfürstlich-erzbischöflichen Amt Naumburg an die Altenstädter Ackermänner (Bauern) vermeiert, d.h. verpachtet
.
Quelle: Text zum Grenzbegang 1981 - aus dem Gedenkstein “geborgen” 2006
Gremzbeschreibung aus den Katasterbeschreibungen 1807
Die Grenze dieses Dorfes nimmt ihren Anfang gegen Abend auf der Gemeindshude, die Semmetstraße genannt, geht auf die Brücke an dem Graben oder den Schleifmühlen-Pfad hinauf bis vors Mühlenholz, sodann den Schleifgrund hinunter, wo sich ein hoher Stein, der Schneisen- oder Wandstein, befindet, von da bis an die Schleifmühle am Mühlenholze, oder Mühlenwasser hinauf, am Ende steht ein Wandstein und weiter fort ein hoher Wandstein, worauf es gerade den Schafspfad hinunter bis wieder auf die Semmetstraße oder auf die Brücke bei Johannes Lederhosen Teich. Von da den Weg hinauf bis an das Ende der Hecke, hinter den Wiesen herunter bis an Hattenhausen, von da den Wassergraben an H(errschaftlichen) Wiesen hinunter bis in die Mitte von Reinhard Ritters Wiese, geht sodann durch die Wiese und durch die Straße hinter der Zeiners hinauf bis zu den Herberger Wiesen. Hinter diesen Wiesen und etliche Länder läuft ein Graben hinauf und drehet sich um die Wiesen herum bis bei den sogenannten Herbergenborn, läuft den Naumburger Weg gegen Morgen zu, bis an die sogenannte Siebertsspitze, darüber läuft ein Weg, der Krente Höhe Weg genannt, auf dem Weg fort, oben um Johann Jost Brauns Land herum, den Weg herunter bis auf die Wiesen, der Suttelsborn genannt, den Weg hinter den Wiesen fort, bis auf den Schleifmühlengraben oder den Pfad unter Conrad Kleinschmidts Land.
Dies alles ist Koppelhude mit Naumburg.
Geht weiter unter der Landwehr hinter der Hart an den Wald, das sogenannte Hattenhausen, an Hattenhausen hinauf und finden sich hier mehrere Wandsteine. Geht sodann hinter Martin Schaefer seiner Wiese fort, bis hinter Joh. Jost Nellen Wiese, durch welche der Pfad nach Elben läuft, als an dem Elbenberger Wald herunter gegen Morgen bis an das Viereckte Triesch an das Wolfsholz, von da durch die Wiesen bis auf den Weg, am Weg herunter bis auf Johann Jost Hohmans Land vor dem Land her, die Wiesen herunter, bis auf den Blätterwiesenweg. Auf diesem Wege fort bis hinter die Wiesenplätze, oder diese Kalterplätze genannt, weiter über der sogenanten Steinmetzen Wiesen modo (=jetzt) Johann Jost Schlutz zu, durch bis an den Wullenborn (Mulkenborn?), um den Mulkenborn herum bis auf den über Joh. Derx Ländern, das sogenannte Stück hinaus, bis auf die Straße, an der Straße fort gegen Morgen bis Jacob Himmelreichs Wiese, die Boden genant, hinter der Zwerhecke der sogenannte Wiese her, von da weiter auf der Anwand hinaus, gegen Mprgen über Franz Heigst Ländern, die Anwand fort bis an die Landwehr, hinter der Landwehr hinauf zwischen dem Wäldchen, das Linde genannt, durch die Schneise fort, hinter dem Linde, über den Ländern fort, hinter Martin Hildebrands Wiese her, an Franz Haupts Land hinunter, über der Zwerheide fort, bis an Jacob Himmelreichs Land, sodann durch den Weg durch bis auf den Stubelinden Weg, den Weg hinauf, bis auf die Straße, gegen Abend gerade fort, wo sich ein Küppel findet, die hölzerne Martha genannt, von da an die Straße auf den Fußweg, gegen der Straße rechts, das Feld durch bis an den sogenannten Brundersen Busche hinab, bis hinter der Schnägelsbacher Straße, von da auf den Weidenbaum, den Fußpfad fort bis auf die Straße, welche nach Wolfhagen führt. Ferner über die Sraße hinüber, die Bründers Trift hinauf bis an den sogenannten Mahnschein (sic! = so geschrieben), am Mahnschein wieder her nach Mittag zu, bis das sogenannte Schadeloch gehts so durch, oben findet auf dem Mühlenholz sich ein hoher Wandstein bis an den sogenannten Stein, von da läufts das Mühlenholz, herunter finden sich mehrere Wandsteine bis gegen Heinrich Klapps Mühle, nach Mittag zu läuft so an den Wiesen fort, bis die Birken oder Naumburger Mühlenholz.”
Hinweis (§2): “Durch das Dorf geht keine Landstraße, aber durch deßen Feldmark oberhalb dem Dorf die ssogenante Korbacher Straße, welche in das Waldecksche führt und für die Gemeinde von keinem Nutzen ist.”
Quelle: Geschichtsverein Naumburg, Jahrbuch Band 7 1987

Grenzbegang 1988:

Grenzbegang 2002:

Programm:
Samstag, 7.9.: 19.30 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus

    Abschluss Dorferneuerung mit
    - kleinen Ausstellung zur Dorferneuerung
    - kurze Würdigung der 10 Jahre Dorferneuerung
    - Siegerehrung des Pokalschießens + Bekanntgabe
      des Volksschützenkönigs 2002
    - VORFÜHRUNG FILM ZUR 1150-Jahrfeier aus dem Jahre 1981 !!!!

Sonntag, 8.9.:

    8.30 Uhr Wiederaufstellung des „Schandpfahls“ auf dem Heinrich-Schröder-Platz
    ab 9.30 Uhr GRENZBEGANG (siehe Rückseite)
    Die Strecke ist etwa 17 KM lang, es wird dreimal Rast gemacht mit rustikaler Verpflegung. Es können auch Teilabschnitte mitgewandert werden.

          15.30 Uhr Kaffee und Kuchen auf dem Dorfplatz
          Essen, Trinken und gemütlicher Ausklang des Tages
          (auch für Nicht-Wanderer!!)

Alle Altenstädter und Gäste sind herzlich eingeladen.
Zum Abschluss der Dorferneuerung würden wir uns besonders über das Kommen der Mitglieder der Dorfwerkstatt und des Arbeitskreises Dorferneuerung freuen!!!!

Veranstalter: Alle Altenstädter Vereine, Kirchen und öffentl. Einrichtungen zusammen mit dem Ortsbeirat

Und das war der Grenzbegang:

Ralf Döring erläutert der ersten Wandergruppe die Grenze zur “Herberge”

Jürgen von Knebel erläutert die Wüstung “Gershausen”

Helmut erläutert den Namen “Mohnschein” - mit dabei: Grenznachbar Fülling aus Bründersen
(auch Gäste aus Istha und Elbenberg wanderten Ihre Grenzen mit ab!)

Erste von drei Rastplätzen: bei “Rudi’s Scheune”

Erschöpft von 17 Kilometern - Kaffee, Kuchen, Würstchen und Bier auf dem Dorfplatz

Vereinsvertreter und Volkschützenkönig (Jörg Gerhold), Voklsschützenkönigin (Petra Jacob) undJugend-Volksschützenkönig (Dennis Pfennig) bei der Ehrung am Samstag Abend im DGH