Grenzbegang

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Beschreibung  Grenzbegang

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Grenzbegang Altenstädt 2009
Beschreibung von Helmut Blum
(Führte den Grenbegang 2009 zusammen mit Werner Gerhold und Ottokar Kowalzik)
   siehe auch > “Flurnamen”
Begrüßung: Alle Wanderer willkommen heißen zum 5.Grenzbegang 2009.
Beachten, kein Spaziergang, sondern teilweise unwegsames Gelände, wer festes Schuhwerk hat, ist klar im Vorteil.
Gesamte Route beträgt ca.17 km.
Während des Grenzbeganges kein Müll oder sonstige Reste wegwerfen und die Natur nicht unnötig strapazieren.
Unterwegs 3 Stationen, wem die Puste ausgeht, kann jederzeit ins Dorf zurück, wo für das leibliche Wohl gesorgt wird.
Richtungsänderung gegenüber der bisherigen Grenzbegänge, damit dir schwersten Abschnitte zuerst begangen werden.

Mühlenholz: Flurbezeichnung aus dem Jahr 1400, wird erstmals in der Naumburger Holzordnung genannt.
Höchste Punkt unserer Gemarkung liegt im Mühlenholz: 363,8 m.
Am Mühlenholz liegt ein ehemaliger Steinbruch, der später mit Müll verfüllt wurde. Anschließend wurde er zugeschüttet.

Schleif-Mühle: Gehört zur Naumburger Gemarkung, Messerschmiede zum Schleifen der Handwerksprodukte.
Wurde im 30-jährigen Krieg zerstört, am alten Standort 1707 von der Fam. Loskant aus Naumburg eine Ölmühle errichtet.
Familie Stiefel erwirbt diese Mühle 1890 als Mahlmühle, wird mit Unterbrechung bis 1959 betrieben. Gebäude werden. 1961 abgerissen, der letzte Müller hieß Ludwig Stifel.

Mondschein-Mühle: Wurde als Grenzmühle 1712 durch Lorenz Klapp errichtet.
Er wurde 1713 zwischenzeitlich von Bründersern gefangengenommen, weil er seien Mühlgraben über deren Gemarkung führen wollte.
Bis 1980 wurde der Mühlbetrieb hier (allerdings elektrisch) aufrecht erhalten.

Otto-Niedt-Stein: Errichtung durch den hessischen Landgrafen.
Otto Niedt hatte 1545 auf dem Mühlenberg einen Geleitzug überfallen. Nach seiner Ergreifung wurde er in Kassel enthauptet und an dieser Stelle Kopf und Körper auf ein Rad gelegt, um zu bekräftigen, dass „ein solches die rechte Landstraß sei“. Frei übersetzt: Unrechtes wird nicht geduldet.

Monschein: Flurbezeichnung, die auf die Mainzer Grenze zurückzuführen ist. Trennte hessische vom mainzischen Territorium.
Urkunden: Maynschede (1359), Manscheid (1428), Monschede (1471), Mohnschein (1587). Mondschein trifft nicht zu.

Schnegelsbach: Auf diesem Gelände befand sich bis ins 16.Jahrhundert ein Gehöft mit diesem Namen.
Zwischen Bründersen und dem Mühlenholz gab es vermutlich früher eine geschlossene Waldfläche, durch Rodung wurde eine Schneise erzeugt, wodurch der Name „Sneydebach“ entstanden sein soll.
Die Gemarkungsgrenze im Norden ist die Wasserscheide zwischen Diemel und Eder.

Lindchen: Das Lindchen hatte in vorchristlicher Zeit eine herausgehobene sakrale Bedeutung.
Urnenfelder links der Straße nach Balhorn deuten auf eine alte Besiedlung der Balhorner Hochebene hin.
Nördlich des Lindchens befand sich früher ein Ort namens „Holzkirchen“ (am alten Hauptverkehrsweg).
Durch Rezeß zwischen der Politischen Gemeinde und den Gemeindenutzungsberechtigten wurde am 10.04.1906 festgelegt: Lindchen und Große Hardt werden Eigentum der Interessenten, Mühlenholz und kleine Hardt werden Eigentum der politischen Gemeinde.

Gershausen: Scherbenfunde belegen eine Besiedlung des Ortes vom 9 – 15 Jahrhundert.
Urkundliche Erwähnung 1219,  1441 wurde der Ort wüst, war zu klein um wehrfähig zu sein.
Zur Gemarkung von Gershausen gehörte auch der Mittelbusch, eine Waldinsel von 29 Ackern, die bis 1931 gerodet wurde.

Wolfsholz: Besser bekannt als „Klust“, hier treffen 4 Gemarkungen aufeinander: Altenstädt, Naumburg, Elben, Elberberg und ganz in der Nähe noch Balhorn.

Bahnsteig: Liegt auf dem Gebiet von Naumburg.
Tiefster Punkt der Altenstädter Gemarkung: 290,2 m.
Es wird vermutet, dass der mittelalterliche Weg zwischen Altenstädt und Naumburg an der Spole entlang führte.

Herberge: Unterhalb der Landstraße nach Naumburg lag das Dorf Herberge in einer Bodensenke.
Das Dorf existierte von 775 bis zu seiner Zerstörung 1403, wurde dann wüst.
Bei Kabelarbeiten der Bundespost wurden 1960 8m unterhalb der Landstraße Mauerfundamente des Kirchhofs gefunden.

Semmet: Besonderer Grenzverlauf im Semmet.
Allgemein: Weg als Grenze annehmen, verläuft im Wechsel rechts oder links.

Allgemein: Altenstädt gehört zur Balhorner Hochebene und ist von jeher als Waldsteppengebiet waldfrei, gab nur kleine Waldinseln.
Verkehrstraßen wurden aufgrund der Befahrbarkeit auf Höhenzügen eingerichtet (Grenze= Straße Kassel/Korbach).
Lage: 9°12`östliche Länge von Greenwich und 51°16`Breite nördlich des Äquators.
Gesamtgemarkung hat eine Fläche von 739 ha   70 ar   93 qm.
Höhenlage in der Dorfmitte: 318,4 m (Höhe des Kirchturmes 26,35 m).