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Der Arbeiter Turn- und Sportverein Altenstädt
(Fotos siehe unten
) Aus dem Jahre 1910 gegründeten Deutschem Turnverein bildete sich nach dem 1. Weltkrieg der Arbeiter
Turn- und Sportverein, in welchem sich insbesondere Altenstädter Sozialdemokraten und - wie der Name schon sagt - Arbeiter organisierten. Folgend sind Vereinsmitglieder aufgeführt *): Wilhelm
Schneider (Vorturner), Albert Pfennig (Vorturner), Heinrich Gabriel, Heinrich Griesel, Martin Ritter, Wilhelm Schreckert, Fritz Ritter, Heinrich Gerhold, Konrad Gerhold, Hans Pfennig, Franz Valentin, Willi Kesper,
Christian Gerhold, Karl Schneider, Heinrich Bitter, Fritz Oeste, David Gerhold. Treffpunkt und Übungsraum war die Gaststätte Schlutz. Daneben wurde die Wiese Schlutz - wo das heutige
Dorfgemeinschaftshaus steht - als Trainingsfeld genutzt. Die Aktivitäten des Vereins waren außerordentlch vielseitig, so wurde neben dem Turnen im Spielmannszug zünftige Musik gemacht, Feste und Kirmes
veranstaltet und sogar das Theaterspiel gepflegt. So wurde z.B. mit großem erfolg das Stück “Mag auch die Liebe weinen” im Saal Schlutz aufgeführt. Der Spielmannszug, der “vor der Hardt” übte, begleitete die Turner
zu den “zu Fuß” besuchten Arbeitersportfesten auf Kreis- und Bezirksebene in den umliegenden Dörfern (z.B. Sand, Martinhagen) und auch bis nach Kassel. Mit Trommeln und Pfeifen marschierten die Altenstädter in die
Dörfer ein und brachten nicht selten bei den Turnwettbewerben errungene Pokale und Ehrungen mit nach Hause. Ein Höhepunkt in der Geschichte des Vereines war das Kreissportfest 1929 in Altenstädt. Die Wiese Schlutz wurde zu einem Spektakulum, auf welchem Turner aus allen Dörfern und sogar aus Kassel mitwirkten. An den zwei Tagen wurde neben den Wettbewerben, Freiübungen, Vorführungen und Preisverleihungen natürlich auch kräftig gefeiert.
1933 wurde der Arbeiter Turn- und Sportverein von den Nazis aufgelöst und liquidiert. Der Kassenbestand wurde eingezogen, die Musikinstrumente des Spielmannszuges mussten beim Bürgermeister
abgegeben werden. Die Sportgeräte, wie Reck, Barren und Pferd, wurden ebenfalls eingezogen. Fast alle Unterlagen, Bilder und sonstige Materialien, die von der Geschichte des Vereins zeugten, wurden vernichtet.. Auch die vorhandene Vereinsfahne wurde eingezogen und wahrscheinlich verbrannt.
Der Versuch jedoch, einen “Deutschen Turnverein” unter Regie der Nationalsozialisten aufzubauen, scheiterte kläglich, da kein Mitglied des verbotenen Arbeiter Turn- und Sportvereins diesem Verein beitrat.
‘) Da alle Schriftstücke und Unterlagen während der Nazi-Diktatur vernichtet wurden, beruhen die Aufstellungen auf mündliche Überlieferungen, so dass eine Vollständigkeit nicht garantiert werden
kann!
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