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Georg Feige war DER Heimat- und Familienforscher von Altenstädt, dem das Dorf fast alle Informationen über seine Geschichte in zusammengefasster Form zu verdanken hat.
Die meisten älteren Darstellungen der Sonderthemen sind dem Buch 1150 Jahre Alahstat - Aldenstede - Altenstädt 831-1981 von Georg Feige (1981) entnommen. Georg Feige starb 5 Wochen vor seinem 98. Geburtstag im Jahr 1999. Er gehörte zu den
Gründungsmitgliedern des Naumburger Geschichtsvereins, war dessen Ehrenmitglied.
1995 richtete er die Georg-Feige-Stiftung ein, die alljährlich aus den Zinserträgen des Stiftungskapitals Vorträge, Exkursionen und Veröffentlichungen im Bereich der
Heimatpflege bezuschusst. Eines von Feiges zentralen Themen war die Weidelsburg
. So veröffentlichte er im Sommer 1997 das Buch “Die Grafen von Naumburg und das Werden der Stadt”. Bis zu seinem Tod arbeitete er an einem weiteren Werk über die Geschichte
der Weidelsburg und des Dorfes Ippinghausen. Auch bei der Gründung des Seniorentreffens
in Altenstädt war Feige aktiv. So beteiligte er sich an den ersten Treffen mit Vorträgen, einem Quiz und stellte den Senioren “Fragen zur Geschichte”.
1991 wird Georg Feige anlässlich seines 90. Geburtstages mit dem
Wappenschild der Stadt Naumburg ausgezeichnet (Foto mit Stadtverordnetenvorsteher Erhard Zammert).
Siehe auch seine Abschlussrede zur 1150-Jahrfeier!
Hier eine Nachruf der Gesellschaft für Familienkunde in Kurhessen und Waldeck e.V.:
Georg Feige, * 04.03.1901 Kassel, † 28.01.1999 Naumburg-Altenstädt
Im Januar diesen Jahres verstarb unser langjähriges Mitglied, seit 1997 Ehrenmitglied, Herr Georg Feige im gesegneten Alter
von 97 Jahren. Er war bis zuletzt an dem Geschehen unserer Gesellschaft nicht nur interessiert, sondern aktiv tätig, seine
Familie fand einen Bogen Papier mit einem historischen Text in der Schreibmaschine eingespannt, an dem er gerade gearbeit hatte, als ihn der Tod ereilte.
In der Familienforschung, die er schon früh begann, fand er aus dem weiteren Familienumfeld Forschungspartner, wie unser
vor einigen Jahren verstorbenes Mitglied Konrad Wiederhold, beide auch durch ihren Beruf als Kaufleute verbunden.
Seine Forschungsergebnisse machte er zuerst in der 1977 veröffentlichten Ahnenliste Feige bekannt, in der wir nachlesen
können, daß aus der ursprünglich aus Zeitz stammenden Linie Feige, zuerst sein Urgroßvater nach Kassel kam, damals als
Generaldirektor des Kurfürstlichen Hoftheaters in Kassel. Georg Feige betrachtete aber diese damals veröffentlichte
Ahnenliste nicht als Abschluß seiner Familienforschung, sondern als den Ausgangspunkt, von dem er, auch durch die darauf
erfolgten Zuschriften, ausging, um möglichst viele der noch bestehenden Unklarheiten, oder leeren Ahnennummern, durch
weitere Arbeit klären und auffüllen zu können. Seine ganzen Unterlagen legte er in sorgfältig geführten Karteikarten und
Ordnern nieder, fertigte zu jedem Kirchenbuchauszug Abschriften an, die er den jeweiligen Ahnennummern zuordnete.
Zuletzt begann er mit der Aufarbeitung seines Materials, um es unserem Archiv möglichst ohne Mühe einfügen zu können,
was er nicht mehr vollenden konnte. Er erlebte die Freude in den letzten Jahren seine Forschungen über die frühen Grafen
von Naumburg durch den Geschichtsverein veröffentlicht zu sehen, obwohl er noch gerne daran weitergearbeitet hätte. Alle
seine historischen und genealogischen Hinterlassenschaften versah er mit Farbmarkierungen, damit der Geschichtsverein
Naumburg und wir sein Erbe übernehmen konnten. Wir werden seinen Nachlaß in unserem Depositum im Statdtarchiv Kassel aufbewahren.
Er nahm gern an unseren monatlichen Treffen in Kassel teil, besonders weil er dann immer wieder alte Bekannte treffen
konnte, mit ihnen diskutierte, auch wenn ihm, wie er ärgerlich feststellte, zuletzt sein nachlassendes Gehör die Vorträge nicht
mehr so gut verstehen ließ. Und es ist doch erstaunlich, daß ich bei weiterer intensiver Arbeit in verschiedenen
Vorfahrenlinien erst in letzter Zeit entdecken konnte, daß wir viele gemeinsame Vorfahren haben, worüber wir uns in den
letzten Jahren, falls mal Zeit blieb - er war immer umlagert - unterhalten konnten. Seine Korrespondenz beweist, daß er aus
seiner Materialfülle gern und viel mitteilte. So werden viele unserer Mitglieder gerne und in Dankbarkeit an Georg Feige zurückdenken und seine Arbeit immer wieder nutzen können.
Gustaf Eichbaum
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