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Als Altenstädt noch ein ahles Nest war (Siehe auch
“Unser ahles Dörfchen”)
Lied-Text von Maria Kimm und Anneliese Ritter (2000)
Nach der Melodie: „Als Kassel noch ein ahles Nest war“
Als unser Dorf noch war en Nest, dass eß schon lange her. Die Kleinbahn, ja, die gab´s noch net un auch net so´n Verkehr.
Auf Schusters Rappen ging man all zur Arbeit un auf´s Feld, glücklich wer Pferd un Kutsche hat: sah mehr von dieser Welt.
VALLERIE – VALLERA....
Kein fließend Wasser un kein Strom, den gab´s auch damals nicht, glücklich war, der ein Brunnen besaß un Petroleum für´s Licht.
Das Plumsklo bei der Miste stand, was war man oft so froh, wenn nachts man selig schlafen konnt in einem Bett aus Stroh.
Die Wecke waren damals beinah nochmal so groß, für arme Leut gab es halt die Wasserwecke bloß, Und Brot buck man selber sich im Backhaus hier und da,
sechs große Laibe acht Pfund schwer - die reichten 14 Tag.
Wo heute unser Dorfplatz ist, da stand einst ein großes Gut, den ahlen Döring ihr noch kennt, war der so sehlensgut.
Verpachten tat er all sein Land an kleine Leute hier, die trieben selbst dann Landwirtschaft un hielten sich auch Vieh.
Handwerksberufe gab es auch in unserem Dorf hier viel, Stellmacher, Sattler, Schreinerei, Schneider un au ein Schmied.
Und wenn vom Schuh der Absatz schief, zum Schuster ging man henn. Der klopfte schnell ein Leisten drauf un auf die Sohlen Pinn.
Als Gänsewiese früher war das Semmet sehr beliebt, und jeder von den kleinen Leut sein Gänslein dorthin trieb.
Auch Ziegen hüten machte man den Kindern früh zur Pflicht, da gab es keinen Kommentar: „Nein so was mach ich nicht“.
Den Kiewehierten gab´s auch noch, die Hute uns bekannt, blies er sein lautes Kiewe rus, kam´s Vieh schon angerannt.
Dann ging´s auch mal den Illersweg, hinaus in´s Mühlenholz, und satt gefressen abends heim zum Stall trieb er sie stolz.
Es gab auch einen Schwinnehirt, den kleinen Kesperlein, die grunzende Schwinneschar in die Hardt trieb er sie rein.
Und bei dem vielen Borstenvieh mittendrin ein Eber auch. Was freute sich ein Bauer dann, wenn trächtig war ´ne Sau.
Gemeindeblättchen gab´s au nicht, dafür den Rappelmann, wenn seine Schelle drang durch´s Dorf, da wusste jedermann,
mit seiner Stimme rief er laut Bekannt-Bekannmachung, ihr Leute hört heut alle her, was ich Euch sage kund.
Die Kirmesse, ein Dorffest war für Alt und auch für Jung, Gesundheiten wurden gespielt mit Gaudi und mit Schwung.
Und dicht gedrängt in Dowen Saal, war er auch noch so klein, gefeiert wurde durch die Nacht, eh ging kaum jemand heim.
Und war erst mal der Winter da, es gab noch richtigen Schnee, der Schmeddegasse rabb gesaust, das machte Spaß- Juchee.
Nur wenn dem Hackelberge ruf, das Gummimännchen kam, dann war der schöne Spaß vorbei und alles reißuss nahm.
Und wer was tauchte zu der Zeit, der schlachtete en Schwinn, s´gab Ferkelfüße, Weckewerk un au ´nen Brandewinn.
Das Schlachtefest war damals noch ne Sause wie noch nie, am nächsten Tage brachte man den Nachbar Wurschtebrie.
In kurzen Versen brachten wir, zurück Vergangenheit, erinnern wir uns gern daran, war unser Kinderzeit.
Und stammen wir von arme Leut, das macht uns heut nichts aus, wir lieben unser Dörfchen sehr, und fühlen uns hier zu Haus.
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